
Zwei Versicherungen tauchen in fast jedem Gespräch mit jungen Eltern auf: die Risikolebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Beide schützen die Familie vor dem Wegfall eines Einkommens – aber vor unterschiedlichen Ereignissen. Welche zuerst kommt, hängt davon ab, wovon eure Familie abhängt.
Was die beiden absichern
Risikolebensversicherung: wenn ein Elternteil stirbt
Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen. Sinnvoll ist sie überall dort, wo andere von einem Einkommen abhängen: Kinder, ein Partner in Elternzeit, eine laufende Finanzierung. Die Beiträge sind für gesunde Menschen unter 40 meist überschaubar; entscheidend sind Versicherungssumme und Laufzeit.
Berufsunfähigkeitsversicherung: wenn ein Elternteil nicht mehr arbeiten kann
Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn ihr euren Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben könnt. Das trifft deutlich mehr Menschen als der frühe Tod, und der gesetzliche Schutz über die Erwerbsminderungsrente reicht meist nicht, um den Lebensstandard zu halten. Die Beiträge sind höher als bei der Risikolebensversicherung und hängen stark von Beruf, Alter und Gesundheit ab.
Welche zuerst?
Wenn nur ein Elternteil verdient und die Familie davon lebt, sind beide wichtig – die Reihenfolge entscheidet dann das Budget. Ist das Budget knapp, hilft eine Frage: Was passiert morgen, wenn dieser Fall eintritt?
- Läuft eine Finanzierung, die bei einem Todesfall nicht mehr tragbar wäre, steht die Risikolebensversicherung vorn – sie ist günstig und schließt die größte Lücke.
- Hängt der Lebensstandard über Jahrzehnte am Einkommen eines Partners, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtiger, weil der Fall wahrscheinlicher ist und länger dauert.
- Bei zwei Einkommen und ohne Finanzierung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung meist die dringendere von beiden.
Was Eltern dabei oft übersehen
Erstens den Partner in Elternzeit: Wer gerade nicht arbeitet, hat trotzdem einen Wert für die Familie – fällt diese Person aus, muss Betreuung organisiert und bezahlt werden. Zweitens die Höhe: Eine Risikolebensversicherung sollte die Restschuld der Finanzierung und einige Jahre Lebensunterhalt abdecken, nicht nur „ein bisschen was“. Drittens die Gesundheitsfragen: Wer sie vor der Geburt beantwortet, ist oft jünger und gesünder als danach – das senkt den Beitrag und erhöht die Chance auf Annahme.
Und die Unfallversicherung?
Sie zahlt nur bei Unfällen, nicht bei Krankheit – und die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheit. Als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung taugt sie deshalb nicht. Für Kinder kann sie als Ergänzung sinnvoll sein, weil Kinder keine Berufsunfähigkeitsversicherung haben; das ist aber eine andere Frage als die nach dem Einkommensschutz der Eltern.
Wie viel Reserve ihr zusätzlich zu den Versicherungen braucht, steht im Beitrag zum Notgroschen für Familien.
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Häufige Fragen
Brauchen wir beides, Risikoleben und Berufsunfähigkeit?
Wenn die Familie vom Einkommen eines oder beider Elternteile abhängt, sichern die beiden verschiedene Fälle ab: Tod und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit. Meist ist beides sinnvoll; die Reihenfolge richtet sich nach Finanzierung, Einkommensverteilung und Budget.
Braucht ein Elternteil in Elternzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ein bestehender Vertrag sollte in der Elternzeit weiterlaufen, weil die Rückkehr in den Beruf geplant ist. Neu abzuschließen ist er in dieser Phase schwieriger, weil kein aktuelles Einkommen nachweisbar ist.
Ersetzt eine Unfallversicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Nein. Die Unfallversicherung zahlt nur nach Unfällen. Die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit haben Krankheiten als Ursache.