
Drei bis sechs Monatsausgaben – so lautet die Faustregel für den Notgroschen. Für Familien ist sie ein guter Anfang, aber selten die ganze Antwort. Ob drei oder sechs, hängt davon ab, wie viele Einkommen ihr habt, wie sicher sie sind und was ein Ausfall konkret kosten würde. Hier ist der Weg zu eurer eigenen Zahl.
Wofür der Notgroschen da ist – und wofür nicht
Der Notgroschen deckt das Unerwartete, das nicht warten kann: die Waschmaschine, die Autoreparatur, eine Nachzahlung, ein paar Wochen ohne Einkommen. Er ist nicht das Geld für den Urlaub, nicht die Anzahlung fürs Haus und nicht der Kindersparplan. Sobald er für Geplantes herhält, ist er beim nächsten Ungeplanten nicht mehr da.
Wie ihr eure Zahl findet
1. Monatsausgaben ehrlich erfassen
Nicht das, was ihr ausgeben möchtet, sondern das, was tatsächlich abfließt: Miete oder Rate, Energie, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität, Betreuung, Verträge. Zwölf Monate Kontoauszüge, Jahresbeträge durch zwölf geteilt. Bei den meisten Familien liegt diese Summe deutlich über dem, was sie vorher geschätzt haben.
2. Das Risiko einschätzen
Zwei sichere Einkommen, unbefristet, unterschiedliche Arbeitgeber: Drei Monatsausgaben reichen meist. Ein Einkommen, selbstständig oder befristet, oder ein Partner in Elternzeit: eher sechs. Wer ein Haus finanziert, sollte zusätzlich bedenken, dass Reparaturen dort schnell vierstellig werden.
3. Einmalige Sonderposten dazurechnen
Kommt in den nächsten zwölf Monaten etwas Größeres – Elternzeit, Umzug, ein absehbarer Autowechsel –, gehört der Betrag als eigener Posten daneben. Das ist kein Notgroschen im engen Sinn, aber er sollte nicht aus ihm bezahlt werden.
Wo der Notgroschen liegen sollte
Getrennt vom Girokonto, aber jederzeit verfügbar: ein Tagesgeldkonto ist dafür gedacht. Nicht in Aktien oder Fonds, weil das Geld dann ausgerechnet dann weniger wert sein kann, wenn ihr es braucht. Und nicht als Kreditrahmen – ein Dispo ist kein Notgroschen, er ist das Gegenteil davon.
Wie ihr ihn aufbaut, wenn gerade wenig übrig ist
- Legt einen festen Betrag per Dauerauftrag am Monatsanfang zur Seite, nicht am Ende das, was übrig bleibt.
- Fangt mit einem Zwischenziel an: erst 1.000 Euro, dann eine Monatsausgabe, dann drei.
- Einmalbeträge wie Steuererstattung, Kindergeld-Nachzahlung oder Weihnachtsgeld gehen komplett hinein, bis das Ziel steht.
- Sobald der Notgroschen voll ist, wandert der Dauerauftrag in den nächsten Topf – etwa den Sparplan für euer Kind.
Notgroschen und Versicherungen: Was ersetzt was?
Der Notgroschen fängt kleine und mittlere Ausfälle ab. Für die großen – dauerhafter Verlust der Arbeitskraft, Tod eines Partners – ist er zu klein, dafür gibt es Versicherungen. Umgekehrt braucht ihr keine Versicherung für Dinge, die der Notgroschen tragen kann. Welche Reihenfolge dabei sinnvoll ist, lest ihr im Beitrag Risikoleben oder Berufsunfähigkeit.
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Häufige Fragen
Wie viel Notgroschen braucht eine Familie?
Als Faustregel drei bis sechs Monatsausgaben. Bei einem Einkommen, Selbstständigkeit, Elternzeit oder Wohneigentum eher sechs, bei zwei sicheren Einkommen eher drei.
Wo sollte der Notgroschen liegen?
Auf einem Tagesgeldkonto, getrennt vom Girokonto und jederzeit verfügbar. Nicht in Aktien oder Fonds und nicht als Dispo.
Zählt der Notgroschen zum Sparen für das Kind?
Nein. Der Notgroschen ist die Reserve für Unerwartetes. Das Sparen für das Kind ist ein eigener Topf mit eigenem Zeithorizont.